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Montag 18. Januar 2021 | 12:03

Renault auf neuen Wegen: Auch BioCNG im Blick!

Unter dem neuen Chef Luca de Meo versucht Renault einen Neustart in vielen Bereichen. Und auch mit verschiedenen Antriebstechnologien. Vom ausgeprägten früheren CNG-Engagement bei Seat ist de Meo mit Renault derzeit noch weit entfernt, aber die nachhaltige Alternative BioCNG hat er wohl weiterhin im Blick.

Nicht zuletzt weil Frankreich in Bezug auf BioCNG seit einiger Zeit sehr kräftig Gas gibt, hoffen viele auf den Ausbau dieses Fahrzeugangebots – und wer könnte dafür besser vorbereitet sein als der ehemalige Seat-Chef, der diese Marke zur erfolgreichen Speerspitze der CNG-Mobilität im VW-Konzern machte. Doch zunächst dürfte die größte Aufgabe darin bestehen, den Staatskonzern wieder zurück in die Gewinnzone zu bringen. Das Programm dazu stellte Luca de Meo am 14. Januar in einer virtuellen Pressekonferenz vor.

Der "französische Sonderweg" bei CNG-Tankstellen
Beim Bau von CNG-Tankstellen verfolgt Frankreich eine spezielle Strategie: Um die Wirtschaftlichkeit der Investition zu gewährleisten, müssen im Vorfeld stets mehrere Großabnehmer wie Öffentliche Verkehrsunternehmen, Speditionen, Transportfirmen etc. mitziehen und eine Umstellung ihrer Fahrzeugflotte auf den CNG-Antrieb garantieren. Der Vorrang bei der Nutzung liegt damit klar im gewerblichen Bereich, doch mehr und mehr können auch Privatnutzer die rasch zunehmenden Tankmöglichkeiten nutzen. Manche Gemeinde, zuletzt Toulouse, fördert mittlerweile sogar die Anschaffung privater PKW mit dem umweltschonenden Antrieb.

Renault startet im professionellen Bereich
Das künftige CNG-Engagement von Renault startet aber erst einmal in dem gewerblichen Bereich. Im Zuge der "Renaulution" genannten Zukunftsoffensive ist geplant, von 2021 bis 2024 Nutzfahrzeuge mit Dieselantrieb für den Einsatz mit BioCNG nachzurüsten. Das Projekt soll am Standort Flins bei Paris in vier spezialisierten Tätigkeitsfeldern durchgeführt werden: Re-Trofit, Re-Energy, Re-Cycle und Re-Start – grob übersetzt in etwa: Modernisierung, Antriebsumstellung, Wiederverwendung, Neustart.
Bis zu 100.000 gebrauchte Diesel-Nutzfahrzeuge sollen dort dann jährlich auf BioCNG- und Elektroantriebe umgerüstet und in ein zweites sauberes Leben auf die Straße zurückgeschickt werden. Dazu wird das traditionsreiche Werk Flins, wo derzeit u. a. der Renault Zoe produziert wird, komplett umgebaut.

Zwar ließ de Meo bislang offen, ob oder wann Renault plant, auch Neufahrzeuge mit CNG-Antrieb herzustellen, aber wenn Wirtschaftlichkeit und Nutzen für den Konzern gegeben sind, spricht im Grunde nichts dagegen. Seine Sympathie für den nachhaltigen Kraftstoff und Antrieb hat ja bereits hinlänglich bewiesen.

Autor: gibgas_exklusiv_Frank Wolter