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Deutsche fürchten sich vor Klimawandel...

...und doch will keiner so recht dagegen etwas tun!

11. September 2001

Die Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg legte im März dieses Jahres Zahlen zur Wahrnehmung des Klimarisikos der Bevölkerung vor.

Unter der Leitung von Dr. Michael Zwick, Technik- und Umweltsoziologe an der Universität Stuttgart, wurde in Baden-Württemberg im Februar und März diesen Jahres eine Repräsentativerhebung unter 1.508 Personen zum Thema "Risikowahrnehmung und -bewertung" durchgeführt.

Das Ergebnis erschreckt:

Die Risiken
Unter den abgefragten Risiken wie Atomkraftwerken, Kriminalität, Rauchen, Genfood, BSE, Handystrahlung und dem globalen Klimawandel wird letzterer am stärksten gefürchtet.


Zoom

49% befürchten durch den Klimawandel große gesellschaftliche Gefahren, 49% schreiben ihm sogar hohes Katastrophenpotential zu.
54% unterstreichen aber auch den großen Nutzen des motorisierten Individualverkehrs, weswegen das Klimarisiko nur 23% aller Befragten - den erwarteten katastrophalen Folgen zum Trotz - nicht akzeptabel erscheint!

Für die Lösung des als globale Bedrohung eingeschätzten Problems werden vor allem Politik und Industrie verantwortlich gemacht. Hingegen sehen nur 11% die Verantwortlichkeit jedes Einzelnen.

Im privaten Kraftverkehr werden enorme Nutzenpotentiale gesehen - für viele ist die Nutzung des Autos, aber auch die Realisierung eines energieintensiven, an Komfort und Lebensstandard orientierten Lebensstils zur Selbstverständlichkeit geworden. Wer verzichtet schon gerne freiwillig auf sein Auto und die energieintensiven Annehmlichkeiten der modernen Industriegesellschaft?

Für den Schutz der Umwelt wären umweltschonende Alternativen im Mobilitätsverhalten - Zu-Fuß-Gehen, Fahrradfahren oder die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel - dringend angezeigt. Doch das ist nur eingeschränkt möglich.

Hier ein Kompromissvorschlag: Wenn schon ein Auto, dann ein ökologisches. Die Automobilhersteller haben zwar viele Weiterentwicklungen vorangetrieben, doch ist das gänzlich emissionsfreie Fahrzeug in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Die Alternative: ein Erdgasauto! Zwar ist Erdgas ein fossiler Energieträger, doch können Erdgasautos auch mit Biogas fahren!

Daher unsere Empfehlung: Denken Sie beim Kauf eines Autos darüber nach, ob es nicht ein Erdgasauto sein darf. Damit könnten wir alle einen "kleinen" Beitrag zum Umweltschutz beitragen. Und dazu schonen Sie auch noch Ihrem Geldbeutel!

Auswirkungen des Klimawandels

Erderwärmung, das drohende Abschmelzen des Polkappen und somit das Ansteigen des Meerwasserspiegels, das Ozonloch, die zunehmende Häufigkeit von Stürmen, etwa Orkan "Lothar" 1999 oder die vielen, zunehmenden Hochwasserstände in den Jahren (Foto vom Hochwasser in Köln 1993) und Wüstenbildungen sind nur einige Folgen des Klimawandels.

Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg, Industriestraße 5 in 70656 Stuttgart, Telefon 0711-90 63-0, email: info@ta-akademie.de

Wir danken Herrn Dr. Michael Zwick, Universität Stuttgart und der TA-Akademie für die bereitgestellten Unterlagen.

Anmerkung der Redaktion: Die Befragung wurde vor dem 11. September 2001 durchgeführt! Nach Kriegsangst wurde damals nicht gefragt!


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