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Opel Zafira B CNG

Ein neues Auto...

Hallo liebe Ergasfahrer und jene, welche mit dem Gedanken spielen es zu werden.

Bevor ich zum Thema komme möchte ich mich kurz vorstellen:
Ich heiße Kersten Ohland, bin Baujahr 1960, verheiratet, zwei Kinder. Von Beruf bin ich Ingenieur (Elektrotechnik).
Meine leider zu knappe Freizeit verbringe ich mit Modellflug - auch mit meinem Sohn - und ehrenamtlich in meiner Kirchengemeinde (auch das soll's geben) und natürlich mit meiner Familie.

Mein Weg zur Arbeit  frisst täglich 100 km und auch sonst wird der eine oder andere Kilometer gefahren. So etwa 32.000 km kommen da schon im Jahr zusammen. Da habe ich alle 8 - 10 Jahre Bedarf für ein neues Auto.

Bis Ende Oktober fuhr ich einen Astra 1,6-Liter Benziner, 75 PS, Baujahr 1997. Der hatte 260tkm auf der Uhr als ich ihn letzte Woche verkauft habe. Alles in allem war ich zufrieden damit. Die nötigen Reparaturen gingen entsprechend der Laufleistung klar. Lediglich der dritte Anlasser hat mich geärgert. Der Verbrauch lag im Mittel bei 6,75 l/100 km entsprechend 8,21 Euro (Erfassung der Daten über die letzten zwei Jahre).

Nun war schon absehbar, dass mal ein neues Auto fällig sein würde. Irgendwo bin ich auf Erdgasfahrzeuge aufmerksam geworden und befasste mich seit Anfang 2005 mit der Meinungsbildung.

Ich wollte gerne ein in Deutschland gefertigtes Auto haben, weil dies ein winziger Beitrag zur Arbeitsplatzsicherung ist. Meine Erfahrungen mit Opel sind bisher gut und die CNG-Technik scheint mir bei Opel am weitesten fortgeschritten zu sein.
Die Frage war also Combo oder Zafira. Den Astra gibt es ja leider nicht mehr als CNG. Abgesehen davon bietet der neue Astra in der zweiten Sitzreihe nicht mehr Platz als mein alter Astra und meine Kinder bohren mir jetzt schon ihre Knie in den Rücken. Das ist einer der Nachteile, wenn man knapp 2 m lang ist.

Frühjahr 2006:
Den Combo CNG konnte ich bei einem Händler für einen Tag ausleihen. Das Fahrgefühl ist ok. Nicht unbedingt spitzig, aber für meinen Fahrstil ausreichend. Auch die Handhabung des Combo gefällt mir insgesamt gut. Das "Wohnzimmergefühl" kommt nicht auf, aber der Gesamteindruck ist für die Preisklasse in Ordnung. Das Platzangebot auch in der zweiten Sitzreihe ist richtig gut. Aber: Im Autobahnbetrieb ist dieses Auto für den Dauerbetrieb einfach zu laut, und ich fahre jeden Tag zwei halbe Stunden Autobahn.

Ich habe mich dann nach dem neuen Zafira B CNG umgesehen. Einige Händler sagten kurzfristig eine Probefahrt zu. Tatsächlich konnte keiner das Fahrzeug beschaffen. Bis dahin hatte ich geglaubt, der Wagen würde schon in Serie gebaut....
Dann habe ich einen 1,8er Benziner gefahren. Sehr komfortabel und angenehm leise. Aber kein CNG. Es bot sich dann doch die Gelegenheit eine Zafira CNG A zu fahren. Auch hier: Sehr angenehm, leise, aber auch nicht sehr spritzig.

Obwohl ich keine Probefahrt mit dem B-Zafira machen konnte, habe ich mich für dieses Auto entschieden und im Mai 2006 bestellt. Die Lieferung war für Ende Oktober angekündigt. Der Wagen wurde am 25.10.2006 an mich übergeben.
Ich möchte an dieser Stelle von Anfang an über meine Erfahrung, Freud und Leid berichten. Vielleicht ist das für den einen oder anderen eine Entscheidungshilfe.

 

Ab heute: Erdgas!
Da steht er nun. Nagelneu, Granatapfelrot, mit ein paar Extras und: Meiner!

Zuerst ist es etwas ungewohnt, ein geräumigeres Fahrzeug zu fahren als es mein alter Astra war.
Bis auf den Geruch nach neuem Kunststoff kommt sofort ein Wohnzimmergefühl auf. Die A-Säule liegt etwas breit im Blickfeld. Das Ende der Motorhaube ist nicht zu sehen. Aber das wusste ich ja vom Probe fahren der Benzinversion...
Der Start ist erfreulich unspektakulär. Schlüssel rum, Motor läuft. Die Tankanzeige steht auf 7/8, für Benzin auf "0" und im Display "low fuel".
Folgerichtig ist das erste Ziel die Tankstelle. In den Benzintank gehen bis zum bitteren Ende noch 15,5l Superbenzin rein. Der Benzinpreis lebe hoch: 1,199 € pro Liter, was ja zur Zeit vergleichsweise günstig ist.
So, und jetzt kann gefahren werden. Der Motor läuft im Gasbetrieb etwas rau. Aber weil die Geräuschdämpfung des Fahrzeugs dem Astra F gegenüber um Klassen besser ist erscheint es angenehm leise. Die schon im Forum diskutierte Anfahrschwäche kann ich so nicht bestätigen. Ich brauche keine schleifende Kupplung um sauber losfahren zu können. Die Beschleunigung ist besser als erwartet.
Die Fahrt geht erst mal nach Hause. Beim Aussteigen stinkt das Fahrzeug heftig. Das war mir schon beim Einschalten der Lüftung aufgefallen. Aber es raucht nichts und ich warte erst mal ab.
Nachdem meine liebe Frau (sie lässt mir den Vortritt) und meine Kinder an Bord gegangen sind machen wir die erste kleine Tour. Viel Zeit haben wir an diesem Abend leider nicht. Ein bisschen Stadtverkehr, Landstraße und 10 km Autobahn. Das Fahrgefühl ist prima – klar, ein Neuwagen.
Die Autobahnzufahrt zeigt dann das geringere Drehmoment. Das Beschleunigen geht deutlich zäher als bei einem Benziner, aber ausreichend. Das wird später auch beim Überholen aus der rechten Spur heraus zu merken sein.
Bei 100 km/h dreht der Motor ca.3200 min-1, ist dabei aber ziemlich leise. Schneller werde ich die ersten paar hundert km nicht fahren.

Die Handhabung des Autos ist angenehm. In Linkskurven stört die A-Säule etwas, aber daran werde ich mich gewöhnen.
Wieder zu Hause muss eingeparkt werden. Etwas unübersichtlicher als das alte Auto: Vorne ist kein Ende der Haube zu sehen und hinten auch nix. Aber dafür habe ich den Parkpilot geordert. Der tut was er soll: Rückwärts einparken: ab ca. 1,5 m kurze Piepser von hinten, die immer schneller kommen. Angehalten beim Dauerton, aussteigen und nachsehen: ca. 30 cm Abstand zum Zaun. Damit kann man gut leben.
Und: Das Auto riecht nicht mehr!  Ich denke, es waren Reste vom Schutzwachs oder Unterbodenschutz, die am Auspuff waren. Also kein Grund zur Sorge.

Am nächsten Tag zur Arbeit. Das sind 5 km zur Autobahn – gut zum warm fahren. Dann 40 km Autobahn bzw. Schnellstrasse und noch mal 5 km Landstraße. Das wird die Stecke sein, die ich am häufigsten fahren werde.
Da ich das Auto „zahm“ einfahren will, hänge ich mich auf die rechte Spur und folge den LKWs. Mit dem Geschwindigkeitsregler geht das trotz des Berufsverkehrs gut. Selten muss ich mit der Geschwindigkeit runter oder rauf. Es kommt ein wenig das „Busfahrer-Gefühl“ auf.

In dieser Woche habe ich die Flaschen schon einmal leer gefahren. Bei 300 km leuchtet die Tankwarnung, bei 318km fängt sie an zu blinken und bei 340 schaltet das Auto auf Benzinbetrieb um. Ich hoffe, das dies nicht die endgültige Reichweite ist. Aber der Tank stand zu Beginn auf 7/8, da geht sicher noch was.
Der Motor läuft jetzt also mit Benzin. So richtig viel merkt man davon nicht. Ob sich nun der Durchzug verändert hat oder nicht kann ich noch nicht sagen. Da fehlt mir noch das Gefühl. Das wird sich mit den Kilometern einstellen. Auch das Laufgeräusch des Motors ist nur wenig anders.

Das erste mal Tanken ist völlig schmerzfrei: Die Zapfpistole sieht fast so aus wie die für Benzin.
Draufstecken, verriegeln und Startknopf drücken. Es rauscht ein wenig und nach als kurz empfundener Zeit geht die Zapfsäule auf „Stopp“. 21,99 kg für 19,99 € sind in die Flaschen gepresst. Ein gutes Gefühl.

Das war’s für heute. Ich hoffe, das dieser erste, gute Eindruck vom neuen Auto auch für die Zukunft besteht.


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