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Urlaubsbericht Tschechien/Slowakei

Mai 2006

Kann man mit einem Erdgasauto in die Hohe Tatra in der Slowakei fahren? Vorab das kurze Fazit: Es geht! Zwar nicht ganz ohne Hürden, aber es geht. Zumindest in der Hohen Tatra sollte man einplanen, mit Benzin fahren zu müssen.

Voll getankt an unserer Haustankstelle (ARAL, Schkeuditz) ging’s Richtung Tschechien. Kurz vor der Grenze in Heidenau/Sa. an der OMV- Tankstelle noch mal Erdgas nachgefasst – man weiß ja nie… Mit 0,95 € je kg allerdings eine der Teurersten in Deutschland.

Dank der guten Beschreibung im Internet (und des Navigationssystems) war der nächste Stopp in Prag an der Shell-Tankstelle (Svehlova 10) kein Problem. Preis mittlerweile bei 21,70 Kc/kg. Weiter ging’s auf der Autobahn nach Brünn (Brno).

Der nächste Stopp sollte in Ungarisch Hradisch (Uherske Hradiste) sein. Die im Internet aufgelistete Erdgastankstelle EKOSS ist eigentlich gar nicht schwer zu finden: Von der Ortsumgehung der E 50 Richtung Zentrum kommt ca. 300 m nach der Eisenbahnunterführung eine OMV- Tankstelle auf der rechten Seite. Dahinter befindet sich die EKOSS- Tankstelle. Dort gibt es allerdings nur noch LPG- Autogas, Erdgas gibt es laut Auskunft des Tankwarts bereits seit 2 Jahren nicht mehr. Ärgerlich, also Reservekanister mit Benzin an der OMV-Tankstelle vollgefüllt und weiter Richtung Trencin, Slowakei.

 











Nach der Ankunft in Poprad (Deutschendorf)/Hohe Tatra ging es auf die Suche nach der ebenfalls im Internet beschriebenen Erdgastankstelle in der ulica Hodzova. Um es vornweg zu nehmen: Auch diese Tankstelle ist mittlerweile geschlossen! Obwohl die Tanksäule samt Kupplungsstutzen noch ganz brauchbar aussieht.
Sollte sie doch mal wieder öffnen, hier noch ein wichtiger Hinweis: Das Navigationssystem bzw. auch alte Stadtpläne von Poprad führen einen erstmal in die Irre, d.h. in den Stadtteil Straze pod Tatrami, wo es hinter der Kirche auch eine kleine ulica Hodzova gibt. Cirka 1 km davon entfernt gibt es ein relativ neues Gewerbegebiet mit einer gleichnamigen Straße, zu erreichen von Poprad am besten über die E 50 Richtung Kosice. Etwa 1 km nach der Eisenbahnüberführung in Poprad kommt eine kleine Slovnaft- Tankstelle auf der linken Seite. Ca. 100 Meter danach geht’s ins Gewerbegebiet, an der Einfahrt steht ein Hinweisschild für eine (preiswerte) Jurki- Tankstelle (Benzin und Diesel). Vor diesem Schild geht 50 m ein Weg parallel zur E 50 zur (geschlossenen) Erdgastankstelle. Also hieß es: alle weiteren Urlaubsausflüge mit Benzin.

In den Gelben Seiten ist eine einzige Tankstelle für CNG in der „Nähe“, nämlich in Kosice. Das war uns aber zu weit (ca. 110 km von Poprad entfernt). Wer doch in diese Richtung fährt: Auf alle Fälle einen Zwischenstopp an der Zipser Burg (Spissky Hrad) direkt an der E 50 einplanen. Dieses zu den UNESCO- Weltkulturerbe zählende gigantische Bauwerk ist sicher sehenswert. Eine Burgführung (auch in deutscher Sprache) ist im Eintrittspreis (ca. 6,50 € die Familienkarte) inklusive.

Auf der Rücktour ging’s deshalb weiter nördlicher durch Tschechien.

Die zur Slowakei nächste Erdgastankstelle sollte in Frydek-Mistek bzw. genauer in Dobra sein. Aus Richtung Cesky Tesin kommend, an der ersten Ausfahrt der neuen 4-spurigen E 462 kurz vor Frydek- Mistek abfahren und nach links Richtung Dobra. Nach der Überquerung der E 462 an der 1. Kreuzung nach rechts in den Ort Dobra (nach links geht es zu einer Unicorn-Tankstelle), = Parallelstraße zur E 462. Den Ort durchfahren und ca. 500 m nach der JET-Tankstelle am Ortsausgang kommt auf der linken (von Frydek aus auf der rechten) Seite eine kleine Tankstelle der CSAD- Verkehrsbetriebe. Der Schriftzug „CNG“ ist nicht zu übersehen. Die Hilfsbereitschaft ist kaum zu übertreffen, die Telefonnummern und Ansprechpartner anderer Erdgastankstellen in Tschechien gibt’s gratis. (Der Tankwart hat selbst ein Zafira CNG.)
Für PKWs ist ein Adapter notwendig, den der Tankwart allerdings griffbereit hat. Bezahlt wird in bar, auch in Euro möglich. Etwas verwirrend ist die Tankanzeige (in Liter, nicht in kg!) Allerdings kostete die gesamte Betankung des 17 kg-Tanks 10,- €, Trinkgeld bereits inklusive. Das war bei Weitem die billigste Tankstelle auf der Tour. Zudem muss das Gas ziemlich gut gewesen sein, da beim nächsten Stopp (s.u.) nach 236 km der Tank noch fast halb voll war.

Schwieriger war die Suche nach der CSAD-Tankstelle in Hradec Kralove (Königgrätz). Ohne die oben erwähnte Telefon- bzw. Handynummer wäre es wohl erfolglos gewesen. Die Prager Straße (Prazska) ist mit Navisystem schnell gefunden, aber die Tankstelle für die Busse der Verkehrsbetriebe liegt sehr versteckt, ca. 50 m neben der Straße: Aus Richtung Prag über die E 67 kommend am 1. Kreisel die 1. Ausfahrt Richtung Hradec Kralove Centrum nehmen, dann immer gerade aus (ca. 3 km). Cirka 100 m vor der Eisenbahnunterführung Richtung Stadtzentrum kommt eine unscheinbare Einfahrt. Falls man diese nicht findet, hilft die Polizeistation nach der Unterführung weiter, dort spricht man deutsch. Über die Telefonnummer kommt man mit dem Tankwart in Kontakt, der steht dann winkend an der Straße. Fürs nächste Mal der gut gemeinte Tipp des Verantwortlichen der Tankstelle: Vorher über Internet/E- Mail anmelden, da er sein Büro irgendwo anders, nicht aber an der Tankstelle selbst hat. Dann ist er in jedem Fall da!. Bezahlung in bar. Kg-Preis = 21,14 Kc.

Die letzte Tankstelle vor der Ausreise aus Tschechien war in Liberec (Reichenberg). Die Beschreibung im Internet ist perfekt. Schnell zu finden und direkt neben der 4-spurigen Schnellstraße der E 442, Abfahrt Doubi/Jested. Das man auch hier zwischen den Bussen und Lkws der CSAD Verkehrsbetriebe sich etwas klein vorkommt, ist mittlerweile schon normal. Bezahlung in bar. Kg- Preis = 21,90 Kc, etwa 0,77 €.

Insgesamt haben wir auf der 7-tägigen Reise 2.037 km zurückgelegt, davon 1237 km im Erdgasbetrieb (Durchschnitt = 5,1 kg/100 km) und 800 km mit Benzin (Durchschnitt = 8,6 l/100 km). Bei Benzin (Natural 95!) liegt der Preis gegenwärtig in Tschechien bzw. der Slowakei umgerechnet bei 1,03 bis 1,10 €/ Liter. Dabei war der Zafira immer mit 4 Personen (davon 2 Kinder) besetzt und meist mit Gepäck vollgeladen. Die gesamten Kraftstoffkosten für die Reise beliefen sich auf 122 €.

Zu empfehlen ist die Route über Liberec, Hradec Kralove und Frydek. Nicht nur wegen den Erdgastankstellen, sondern vor allem wegen der abwechslungsreicheren Route und Umgebung. Vor allem im Gebiet Jicin, ca. 70 km nach Liberec von Deutschland aus sollte man unbedingt einen Zwischenstopp im Böhmischen Paradies machen, sonst verpasst man eine wunderschöne Felsenlandschaft (zu vergleichen mit der Sächsischen Schweiz), die nicht nur Kindern Spaß macht. Preiswerte Hotels gibt’s direkt in der Nähe.

Für uns ist klar: Der nächste Ausflug nach Tschechien bzw. auch in die Hohe Tatra kommt bestimmt…

Im Urlaub mit Familie war René Haupt