1. Reisebericht eines Erdgasfahrers nach ItalienMultiBiP ante portas (fast) oder Family on Tour, mit dem MultiBiP nach ItalienEin sehr amüsanter Reisebericht. Urlaub in Bella Italia - Zugegeben, Rom war noch ziemlich weit weg. Aber nachdem der geplante Rumänien-Urlaub in letzter Sekunde platzte, machten wir uns von Bad Soden/Ts. kurzerhand mit Sack und Pack auf zur italienischen Adria nahe Triest. Gut 1000 km Strecke lagen ebenso vor uns wie eine ausgefeilte Strecken- und Tankplanung mittels GibGas-Atlas, Straßenkarten, Forumtipps inkl. der internationalen Links und einem AvD-Paket.
© gibgas Die Familiekutsche: Gut ein Jahr alt und schon über 20.000 km gelaufen... Planung ist alles - und kein Problem.Die Stauprognosen für das erste hessische Urlaubswochenende waren sehr ungünstig, daherwollten wir dem Hauptfeld möglichst vorausfahren. Außerdem sollte es erstmalig richtig heiß in Deutschland werden. Weil der für uns optimale Reisegeschwindigkeitskompromiss bei gut 130 kmh liegt, hieß das sehr früh aufstehen und fleißig Verkehrsfunk hören. Mit noch 4 von 6 leuchtenden Tankdioden starteten wir Samstag früh gegen 1/2 3 Uhr vom Taunus aus. Auf der A 3 bis Würzburg, dort die A 7 runter, um die autobahnnahe 24-h-Tankstelle Ellwangen (Autohof) anzusteuern. Mit ca. 8 km Benzinunterstützung gelang dies problemlos, doch das Füllergebnis überzeugte mit mickrigen 23 kg (H) weniger. Dafür war es mit 69 Cent/kg günstig und 24-h-Nonstop-Show stimmt hier auf jeden Fall: frohes Nach-Disco-Treiben, City- und Mopedtreff, regionaler Marktplatz usw. Da über den Erdgas-Standort München im Forum kurz zuvor sehr kontrovers diskutiert worden war, hatten wir die Stadt diesmal außen vor gelassen. Salzburg - mit kleinem Umweg - und Villach boten sich durch die potenzielle Multipla-Reichweite alternativ an. Auf den ziemlich letzten Gas-Drücker liefen wir in Salzburg die OMV nahe dem Flughafen an. Leider pumpte auch diese Station nur rund 22 kg H-Gas hinein. Hmmh, ob vielleicht eine Woche nach der ersten Inspektion plötzlich ein Magnetventil an den Gasflaschen blockiert war? Forum-Tipps gabs ja vor einiger Zeit auch zu diesem Thema, und ich sah mich im Geiste schon am Urlaubsort: unterm Auto liegend und vorsichtig auf alles klopfend, was irgendwie nach Ventil ausschaut... Auf gehts: Die erste Bergetappe.In der Hoffnung auf neue Erkenntnisse und eventuell ein besseres Ergebnis in Villach ging es erstmal weiter. Den heftigen und stetig zunehmenden Stau vor dem Tauerntunnel umgingen wir kurzerhand über die Tauernpassstraße. Ausfahrt Eben i. P. Richtung Radstatt und über die Tauern nach Mauterndorf bis St. Michael. Landschaftlich sehr schön mit engen Schluchten und weiten Ausblicken. Im Erdgas-betrieb und vollgepackt schwächelte der Multi ein wenig, was uns trotz folgsamer Anhängerschaft - oder hatten die etwa keine Straßenkarte? - die Führungsposition kostete. Mit Benzinumschaltung konnten wir dann aber locker in der Fahrgemeinschaft mitschwimmen. Fazit: 15 % Steigung sind beim Multi mit Erdgas kein Spaß, mit Benzin aber kaum spürbar! Bei St. Michael erreichten wir die A 10 wieder, latzten trotz Vignette noch für die Katschbergtunnel-Durchfahrt und waren den blockweise abgefertigten Tauerntunnel-Staupiloten wieder gut 1,5 Stunden voraus. Die Freude hielt indes nicht allzu lang vor, da die bald nahende, gut erreichbare Tankstelle (OMV) in Villach mit einer defekten Erdgaszapfsäule aufwartete. Eine kleine Eispause half über die erste Enttäuschung hinweg, immerhin hätte die gewünschte Füllung locker bis ans Ziel und ein gutes Stück weiter gereicht. Fataler war allerdings, dass wir so in den Sog der ausgeprägten italienischen Mittagspausen gerieten. Die weitläufige Passumgehung hatte natürlich zeitliche Reserven gekostet. Selbst mit "Rasen" wär es bis Udine äußerst knapp geworden und dann hätten wir womöglich 3 Stunden warten dürfen. Oder natürlich mit Benzin weiterfahren und später tanken - aber 2 x 35 km Extratour zum Erdgastanken, das ist es nun auch nicht. Mach mal Pause...So wurde - Zeit schindend, doch Kosten sparend - eine Autobahnbenutzung in Italien absolut sinnlos. Wir enterten bei Tarvisio die sehr gut ausgebaute Bundesstraße und schnürten gemütlich südwärts. Sehr interessant die laut Karte weitgehend parallele Autobahnführung. Wir kreuzten jedenfalls wie ein Segel-boot und trafen hinter jedem Hügelchen wieder auf die schnelle Hochtrasse. Durch die beginnende Mittagszeit war der Verkehr minimal und wir kamen viel schneller voran als erwartet. Weit vor der gewünschten Zeit (14.30 Uhr) rückte Udine ins Blickfeld und wir steuerten etwas abseits einen Waldparkplatz an. Die CNG-Zapfstelle sollte ja in einem Industriegebiet liegen, mit drei kleinen Kindern sicher nicht sehr attraktiv, dort anderthalb Stunden zu warten. Noch ein weiteres Problem: Die Anfahrtbeschreibung bezog sich auf die Autobahnstrecke und wir kamen ja nun ganz anders herein. Also Zeit nutzen und fleißig die Nase ins Kartenmaterial halten. Mit Hilfe sämtlicher Exemplare bastelten wir uns einen optimistischen Behelfsplan, um an den beschriebenen Kreisel herauszukommen. Und siehe da - es klappte tatsächlich! Tanken in Udine.Anbei eine kleine Optimierung der Udine-Anfahrtsbeschreibungen im Forum: ab dem Kreisel sind es nur 2 km bis zum entsprechenden Abzweig nach rechts. Der richtige Straßenname (Via Canapificio) taucht jedoch erst nach 50 m auf, daher orientiert man sich zum Abbiegen besser an der großen, gelben Ampelanlage und dem "Schlecker"-Zentrum schräg gegenüber der Kreuzung. Zur Tankstelle selbst: "Am Ende der Welt", wie es mal im Forum beschrieben wurde - naja, ist nicht ganz unrichtig, wenn man noch viel Strecke vor sich hat. Aber absolut idyllisch (doch!!) gelegen. Quasi tanken auf der grünen Wiese, da hätten wir uns die olle Parkplatzwarterei vorher wirklich sparen sollen. Die Tankanlage wirkt auf ängstliche Gemüter vielleicht etwas abenteuerlich (auch wegen der Betonboxen) - aber 4 Zapfstellen, Bedienung und ein super Fülldruck für unter 65 Cent. Bella Italia! Sollte also jemand mal ¥ne Beule im Tank haben: nix wie hin, Udine drückt sie wieder raus - langsam, aber gewaltig. Und die Magnetventile waren also auch perfekt in Schuss. ;-). Klar, dass wir hier auf dem Rückweg gern nochmal Station gemacht haben.
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© gibgas Raumwunder Multipla: So viel Platz hat eine große Familie... Die restlichen 35 km kämpften wir dann gegen schleichende Müdigkeit und die enorme Hitze. Vom deutschen Sommer 2004 bisher nicht gerade temperaturverwöhnt, machten uns das italienische Klima und knapper Schlaf nun doch zu schaffen. 35 Grad außen sagte die Anzeige, 33 Grad innen das Gefühl. Trotz Klimaautomatik. Ich probierte und regulierte, alles ohne fühlbare Veränderung. Klima überfordert oder defekt? Mitnichten. Die enorme Helligkeit der italienischen Sonne überstrahlte (nicht nur) den mickrigen Leuchtpunkt des Klimaschalters, so dass wir nicht bemerkt hatten, dass die Anlage seit Udine gar nicht mehr eingeschaltet war. Bzw. von fleißiger Kinderhand ausgeschaltet. Trotzdem, die Klimaautomatik des immerhin dort heimischen Herstellers reichte bei den Temperaturen gerade so, von deutlicher Kühlung kann man wohl nur vorne sprechen. Etwas Service, gefällig?Am Zielort Grado blieb der Multi bis auf ein paar Einkaufstouren zumeist stehen. Dabei fiel dann irgendwann auf, dass ab und zu die Airbag-Warnleuchte brannte. Ein laut Fiat-Betriebsanleitung sicherheitsrelevantes Problem, dem am Besten durch sofortiges Abstellen des Fahrzeugs und Kontaktaufnahme mit einer Werkstatt beizukommen sei. Einen Versuch, zumindest die Sicherungen zu checken, wollte ich mir aber nicht nehmen lassen. Er endete kurz nach Abnehmen des Deckels unter dem Staufach auf der Fahrerseite kläglich: Obwohl ich für hiesige Verhältnisse recht normal gewachsen bin, scheinen Italiener deutlich zierlichere Finger, Hände und gelenkigere Hälse zu besitzen. Außerdem wissen sie offensichtlich intuitiv, wo die angeblich vorhandene Pinzette zur Sicherungsentnahme versteckt ist. Ich jedenfalls hatte keine Chance. Mittels Händlerverzeichnis orteten wir einen größeren Fiat-Betrieb in 20 km Entfernung (Cervignano), ließen einen Termin vereinbaren und ich brachte das Gefährt dorthin. Kurze Vorstellung des Problems, einer (außer mir) sprach zum Glück Englisch und ich hatte anschließend 90 Minuten Zeit, mir die nähere, nicht sonderlich aufregende Vor-stadtumgebung (Industriegebiet, Wohnviertel, Supermarkt) anzugucken. Dann war der Wagen fertig und alles wieder bestens. Ursachen des Ganzen: Ein Kontaktproblem mit einem Kabel unter dem Fahrersitz (Gurtstraffer?) sowie ein Wackelkontakt unter dem Schloss des BF-Airbag-Abschalters. Dieser sollte getauscht werden, falls es nochmal auftritt. Ansonsten alles kostenlos auf Garantie oder Gewähr. Molto bene - und einen Blick auf den neuen Multipla (stand im Hof) konnte ich auch schon mal werfen: Unser Frosch, pardon Delphin , gefällt mir einfach besser... Die Rückfahrt: Der Berg ru(p)ft.Aufgrund der positiven Erfahrungen sparten wir uns auch auf der Rückreise Ende Juli die italienischen Autobahngebühren. Allerdings gab es bedingt durch die vormittägliche Uhrzeit deutlich mehr Verkehr und Ampelstaus. Von Udine reichte die Tankfüllung locker bis Salzburg. Die Tauern überquerten wir - im Benzinbetrieb - diesmal komplett, also auch inklusive Katschbergpass mit beiderseitigen 15 %. Vor der AB-Ausfahrt Rennweg gab es noch knapp 2 km im Tunnelrückstau, dann konnten wir endlich ausscheren und neuerliche Höhenflüge in Angriff nehmen. Doch welch ein Unterschied! Die Katschbergstrecke war - trotz Benzinbetrieb - schon bald die reine Quälerei. Im ersten Gang drehte der Wagen laut aber locker hoch, im zweiten fiel er ebensoschnell wieder ab. Also fleißiges Rühren in den untersten Gängen :-(, zum Glück liegt der Joystick sehr handfreundlich. Trotz geduldiger Nachfahrender eine recht unsouveräne Partie. Sollten wir etwa die ersten MultiBips gewesen sein, die dieser Pass je sah? Zum Glück dauerte der Anstieg nicht allzulang, aber runter gings ja auch noch. Mit 6000 Touren im Zweiten, etlichen Gnadenbremsern (um Drehzahlniveau und Geschwindigkeit einigermaßen zu halten) und einem Höllenlärm. Fahrer und Mitfahrer/innen fühlten sich nicht wirklich wohl, obschon die Bremsen ordentlich verzögerten und kein Fading-Effekt festzustellen war. Allerdings begann es kurz vor Erreichen der Talsohle schon recht intensiv zu duften. Ob nach Bremsbelag, Kupplung, Motor oder allem zusammen, wer weiß. Das schwierigste Teilstück war jedenfalls geschafft. Merkwürdigerweise war dann die Tauernpassstrecke im Vergleich wieder absolut easy - bei gleicher Prozentzahl auf verschiedenen Karten. Hat da vielleicht jemand mehr Erfahrung und eine Begründung parat?!? Angstschweiß hatten die letzten Kilometer ja nun nicht gekostet, dass wir wesentlich leichter geworden wären... Kleiner Rast-/Familientipp.Erholung für Personen und Kraftwagen nach dem Gipfelsturm gabs in Untertauern. Für Familien ideal: die beiden großen Gasthöfe dort haben prima Spielplätze, tw. sogar mit (perfekt gesichertem) Riesentrampolin und Mini-Zoo - entsprechend widerwillig geriet dann natürlich der Aufbruch gen Salzburg... Erneut lieferte die dortige Tankstelle recht magere Füllergebnisse, die Servicekraft wusste auch keine Erklärung. Ein zweiter Tankversuch brachte nur unbefriedigende 1,5 kg mehr. Sicher hätten wir das Spiel noch weiter treiben können, aber wir wollten ja bis Mitternacht zuhause sein. Ob dies die Benzin- und Dieselfreunde an der AB-Grenztankstelle auch geschafft haben, entzieht sich meinem Wissen. Dort gab es jedenfalls eine geschätzt 300 m lange Schlange an den letzten ökosteuerbefreiten Zapfsäulen vor dem deutschen Fiskus. Da sind doch 5 Minuten Warte-/Tankzeit beim Erdgas nix dagegen ;-)). Auf der A 8 ging es dann flott weiter, direkt auf einen Brückenreparaturstau zu. (Allerdings verschwimmen bei uns Nichtbajuwaren die dialektalen Schnelldurchsagen und Ortsnamen wie Adelz- und Odelzhausen, Adelsried & Co rasch mal ineinander. So fuhren wir zu früh ab, tuckerten vermeintlich stauumgehend durch anmutige Wiesentäler und landeten kurz nach der nächsten AB-Auffahrt an hinterster Stelle der 4 km-Standspur). Ab da lief dann alles wieder recht glatt und wir gegen Abend erneut in Ellwangen ein. Same procedure as last time: Fröhliches Halligalli rund um die Tankstelle, leichter Frust an der CNG-Säule. Mit der nun schon gewohnten Füllmenge von knapp 20 % unter Maximum rollten wir von dannen. Aufgrund des guten Timings setzte ich dann noch einen Extrastopp an der Lieblingstankstelle in Hösbach/Aschaffenburg durch, wo sich erfahrungsgemäß zum guten Preis ein gutes Füllergebnis gesellt. An die öde Autobahnbaustelle und die damit verbundenen Umstände bei An- und Abfahrt haben wir uns mittlerweile auch gewöhnt. Danach mit "Vollgas" weiter gen Bad Soden/Taunus. Die erste Diode erlosch wie erwartet erst nach gut 55 km und wir erreichten unser Ziel mit - wieder einmal - friedlich schlummernden Kindern und einer echten Punktlandung: Um 00.00 Uhr. Kurzes Resümee...... nach 25.000 km MultiBiP und diesem Urlaub: Es macht sehr viel Spaß, mit dem Erdgas-Multipla unterwegs zu sein, und es war die wohl beste automobile Entscheidung seit Erwerb des Führerscheins. Entspanntes Fahren bei Tacho 130 , lange Tankintervalle und kommode Ruhepausen auf dem Beifahrersitz sorgen für zügiges, trotzdem sehr wirtschaftliches und umweltverträgliches Fortkommen. Auch lange Etappen verdauen unsere Kids prima: Viel Schlaf, Platz zum Spielen, beste Rundum-Aussichten und einige Kinder-Cassetten (geplagte Elternohren-Tipp: die serienmäßig fehlenden Lautsprecher hinten nachrüsten!) nehmen Zeit und Kilometern den Schrecken. Der Gepäckraum reicht völlig aus, das Platzangebot ist für alle (5 P./3 Kindersitze) bestens. Als Klettermaxe taugt der MultiBip beladen nur bedingt, auch im Benzinbetrieb, aber es kommt so häufig auch nicht vor. Für nächstes Jahr ist bislang die französische Atlantikküste im Visier und vielleicht klappt es ja auch noch mal mit Rumänien. Das wäre - auch wenn Erdgas dort noch kein Thema ist - sicherlich das größere Abenteuer... Etwas Statistik für Interessierte:
Zufriedenheit:ganz weit oben auf der automobilen Scharfrichter-Skala |
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