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Nach Nordfrankreich

Weihnachten 2006 / Neujahr 2007

Über Weihnachten 2006 und Neujahr 2007 haben wir unserer Heimat zwischen Rhein, Ruhr und Wupper den Rücken gekehrt und die Festtage 525 km entfernt in Berck-sur-mer an der nordfranzösischen Küste verbracht (Picardie).

Zunächst hatten wir den 19 kg-Tank unseres Astra CNG an der ARAL-Tankstelle an der Wilhelmstraße in Wülfrath vollgepumpt (flatschneue Anlage, Superdruck, 0,899 Euro/Kg H-Gas). Dann ging es zur Sicherheit noch einmal in Deutschland zur altbewährten Stadtwerke-Tankstelle in der Aachener Lombardenstraße: 7,36 kg nach 118 km = 6,24 kg/100 km bei 2,5 Grad C Außentemperatur und einem relativ günstigem kg-Preis von 0,79 Euro.

225 km später hatte uns das Navi-System zur französischen GNVERT-Tankstelle nach Valenciennes (kurz hinter Belgien) gelotst. Einen herzlichen Dank übrigens für die Tipps von "Tom" in seinem Beitrag über seine Erfahrungen vom 30.01.2006!!!

Mit paar Fotos möchten wir die Tankanlage Valenciennes illustrieren:
(Die unscheinbare Anlage an einer menschenleeren Schlaglochnebenstraße in einem gottverlassenen Industriegebiet war schon ein Erlebnis ;-))

1. Die Tankstelle liegt an einer holprigen Nebenstraße in einem abseitigen Gewerbegebiet und ist so unscheinbar, dass man fast daran vorbei fährt.

2. Sie hebt sich kaum von den umgebenden Gewerbe- und Bauschutt-Grundstücken ab.

3. Nur am Rolltor befindet sich eine Hinweistafel.

4. An der Toreinfahrt rechts versteckt sich ein Scanner auf einer niedrigen Säule. Wenn man die GNV-Karte daran hält, wechselt eine Diode von rot auf grün und das Tor öffnet sich.

5. Über dem Scanner hängen Infos mit Tel.-Nr. etc. aus.

6. So präsentiert sich die Tankanlage bei geöffnetem Tor. Das Tor schloss sich wieder, als ich tankte. Man kommt wieder heraus, wenn man bei der Ausfahrt bis an den Bewegungsmelder unmittelbar ans Tor fährt. (Als ich wieder auf der Straße war, fuhr es aber nicht mehr zu...)

7. (Bei genügender Vergrößerung ist der Infotext auf dem Bild lesbar)
Eine Hinweistafel erläutert die Bedienung: Erstens den Tankstutzen aufsetzen, zweitens die GNV-Karte an einen weiteren Scanner halten, drittens den vierstelligen Zahlencode aus dem GNV-Vertrag eintippen, viertens an der Nebensäule mit der Tankanzeige den Knopf drücken und fünftens den Kassenausdruck entnehmen und den Stutzen wieder einhängen.
Eine LCD-Anzeige gibt die Anweisungen dazu. Die Tankanzeige weist übrigens nur den aktuellen Druck aus (von rund 200 Bar Ausgangsdruck geht sie beim Tanken sofort bis ca. 160 Bar in den Keller) sowie die Menge in m³ - aber weder m³- noch Gesamtpreis. Auch auf dem Ausdruck stand davon nichts. Und zwei Wochen nach unserer Rückkehr war noch nichts abgebucht.

8. Der obere Knauf des Tankstutzens muss beim Anschließen ans Auto bis zum Anschlag gedreht werden.

9. Klobig und aus schwerem Edelstahl: Der Stutzen im Profil.

10. Zumindest bei den Astras und Zafiras ist der Deckel vom Benzintank im Weg, wenn man den voluminösen Stutzen anschließen will, und muss abgeschraubt werden...

11. ...dann passt es!

Bei meinem zweiten Besuch in Valenciennes auf der Rückfahrt schloss sich das Tor nach dem Öffnen übrigens überhaupt nicht mehr. Wir fuhren mittlerweile mit Benzin, der Gastank war leergefahren. Obwohl z. B. in Boulogne-sur-mer eine beeindruckende Erdgas-Omnibusflotte mit Hinweis auf EU-Förderung dieser Umstellung herum fährt, bleiben deren Tankanlagen entlang der gesamten Nordküste Normalverbrauchern verwehrt.
Bei ca. 9 Grad C passten trotz leeren Tanks nur 16,92 m³ hinein. Ich wiederholte das Tanken unmittelbar zwei Mal: Es gingen dann noch einmal 0,43 m³ bzw. 0,27 m³ hinein - insgesamt somit 17,62 m³.

Wieder in Aachen zeigte die Tankanzeige im Auto unter einem Viertel an Druck. Bei den Stadtwerken gingen dann bei 9 Grad 16,63 kg in den Tank (7,77 kg/100 km bei frz. Gas). Es war der 6. Januar 2007, und die MWSt-Erhöhung hatte zugeschlagen, aber nicht um 3 %, sondern um 8,9 % auf 0,86 Euro/Kg! Was mochte uns noch in Deutschland erwarten?

Schließlich füllten wir noch einmal in Wülfrath auf, die Statistik soll ja vollständig werden: mit 6,12 kg bei 7,5 Grad hatten wir nur 5,37 kg/100 km verbraucht. Der Preis in Wülfrath war übrigens trotz MWSt unverändert geblieben.

Merci, Stadtwerke Wülfrath, und au revoir, Frankreich, a bientot! Vielleicht schaffen wir es beim nächsten Mal, auch die Tankstelle in Amiens zu testen...

Beste Grüße, Angelika und Axel