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Frankreich Urlaub Saint-Tropez 2004

Ein Reisebericht von Günter Krause

Nach dem ich letztes Jahr die Route über Mulhouse und Lyon gefahren bin, entschied ich mich dieses Jahr für die Strecke Zug (CH), Settimo Milanese (I), Albisole Superiore (I) und Valbonne-Sophia Antipolis (F). Vorher hatte ich mir noch die "Badge" der GdF offiziell besorgt, um an der Tankstelle in Valbonne-Sophia Antipolis (F) nochmals meine Gastanks vor dem Urlaubsziel Saint Tropez zu füllen. Diese Tankstelle ist auf der Tankstellenkarte der Gaz de France im Internet offiziell ausgewiesen.


© gibgas

Von zuhause nach Zug in der Schweiz betrug die Entfernung rund 300 Kilometer. In Zug tankte ich Sogenanntes Kompogas. Dank meines Navigationssystems war die Anfahrt jeweils absolut problemlos. Die Handhabung war jedoch recht kompliziert. Ohne Hilfe des Tankwartes, der selbst so seine Mühe mit dieser Technik hatte, ging es leider nicht. Auch auf der Heimfahrt hatte er so seine Mühe. Er erklärte mir, dass es sich hier um französische Technik handelte, die bereits auf der EXPO2000 in Hannover ausgestellt war!

Mit vollen Gastanks ging es dann zur 250 Kilometer entfernten EGT in Settimo Milanese (Mailand). Dort wurde ich zwar durch mein Navi an die im Internet und auch im italienischen Tankstellenatlas angegebene Adresse gelotst, jedoch gab es dort keine EGT. Auch die Befragung Einheimischer war erfolglos. Nach dem ich etwa eine halbe Stunde gesucht hatte, wollte ich schon aufgeben und zur nächsten Tankstelle in Italien aufbrechen. Da entdeckte ich an einer Heckeein wirklich "kleines" Hinweisschild mit brauner Aufschrift "Methano". Der angegebenen Richtung folgend ging es über einen geteerten Feldweg (Sackgasse!) zu der EGT, die sich mit Bäumen umgeben in grüner Natur befand. Zwar ist im Hintergrund so eine Art Industriegebiet erkennbar. Zu diesem gibt es jedoch keine Verbindung. Die Angabe im Internet und im italienischen Atlas ist falsch!


© gibgas

© gibgas

© gibgas


© gibgas

Wieder mit vollen Gastanks ging es circa 170 Kilometer weiter nach Albisola Superiore. Dies war die letzte autobahn-nahe Gastankstelle in Italien vor der auf dieser Strecke einzigen offiziell ange-gebenen Gastankstelle in Valbonne - Sophia Antipolis in Frankreich. Jedoch kamen wir mitten zur Mittagspause an. Die Tankstelle war in dieser Zeit geschlossen. Da ich nicht so lange bis nach der Mittagspause warten wollte, beschloss ich die ungefähr 180 Kilometer bis nach Valbonne weiter zu fahren.

Da ich davon ausging, mit der erworbenen Badge dort tanken zu können, fuhr ich die Gastanks komplett leer. In Valbonne angekommen, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass die Tankstelle abgeschlossen war und weit und breit kein Verwaltungsgebäude in Sicht! So war ich gezwungen, die verbleibenden 80 Kilometer bis Saint Tropez im Benzinbetrieb weiter zu fahren.

Während des Urlaubes führ ich diese Tankstelle noch zwei Mal an. Sie war jedes Mal abgeschlossen. Beim letzten Mal hatte ich in soweit Glück, dass ein erdgasbetriebener Kleinbus ankam. Die nette Busfahrerin bat ich darum, auch tanken zu dürfen und verwies noch auf die Badge. Sie erklärte mir jedoch, dass diese Tankstelle irrtümlicherweise von der Gaz de France angegeben wurde. Auch gab es kein Kartenlesegerät für die Badge. Sie war jedoch so nett und rief über ihr Handy in der Verwaltung an, um eine Ausnahmegenehmigung für uns zu erhalten. Nach etwa einer Viertelstunde wurde sie zurückgerufen und durfte mir dann erklären, nicht tanken zu dürfen. Ich bedankte mich höflich bei ihr für ihre Mühen und fuhr enttäuscht weiter.


Zoom© gibgas

Nachstehend im Überblick die einzelnen Tankstationen:

Fazit:
Vergleicht man die Handhabung der Gastankstellen in den verschiedenen Ländern, so ist für Deutschland zu erwähnen, dass im Wesentlichen die teilweise klobig schwere Zapfpistole und der von Tankstelle zu Tankstelle unterschiedliche Füllgrad zu bemängeln ist. Das Thema Füllmenge werde ich an anderer Stelle nochmals aufgreifen. In der Schweiz war zumindest in Zug die Handhabung viel zu kompliziert (Französische Technik!?). In Italien ist die absolut einfache Handhabung sowie die Größe der Zapfpistole einfach bestechend. Ich habe nun schon an verschiedenen Orten getankt. Bei leeren Gastanks und einem generellen Druck von 230 bar gingen immer über 18 Kilogramm rein. Hier sollten sich die deutschen Hersteller eine Scheibe von abschneiden. Die Anlagen sind meiner Ansicht nach viel zu kompliziert aufgebaut.

Frankreich hingegen möchte ich an dieser Stelle deutlich kritisieren. Ich fahre nun seit ein und einem halben Jahr meinen Zafira CNG. Bin nun schon das zweite Mal nach Frankreich gefahren. Habe mich vor dem Kauf ungefähr ein Jahr lang mit dem Thema Erdgasfahrzeuge befasst und von da ab auch die Tankstellensituation in diesem Lande verfolgt. Es hat sich schlicht und ergreifen während dieser Zeit überhaupt nichts getan. Ich werde hier an dieser Stelle bewusst deutlich! Es kann nicht sein, dass Tankmöglichkeiten von der Gaz de France veröffentlicht werden. Diese Angaben jedoch schlicht falsch sind. In 2003 habe ich die Route über Lyon gewählt. Lyon war von der Gaz de France im Internet ausgewiesen gewesen. Bin auch noch jeweils freitags gefahren, da Montbeliard und Aix nur an Werktagen geöffnet haben. Musste auf der Hinreise noch zwischendurch übernachten, weil Bettenwechsel in der Regel samstags ist. Etwa vier Wochen vor Reiseantritt war die Tankmöglichkeit entfernt worden!

Außer populistischen Medienauftritten ist nichts und wird auch nichts passieren!

Für mich ist das Maß nun voll.

Zusammenfassend konnte ich rund 1500 Kilometer im Gasbetrieb fahren. Wegen der Situation in Frankreich musste ich 1300 Kilometer "umweltfreundliches" und zu dem "billiges" Superbenzin verbrauchen!

Wir danken der Familie Krause für den neuen Reisebericht!

Ihr gibgas-Team