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Dienstag 22.November 2016 | 08:00

Italien gibt Gas: CNG-Tankstellen verdoppeln, CNG-Mobile verdreifachen

Wie treibt man den Markt für CNG-Mobilität voran? Zum Beispiel durch kräftigen Input beim Ausbau des Versorgungsnetzes, sprich Tankstellen, sowie der potenziellen Verwerter, sprich dem Fahrzeugangebot. Und das am besten mit abgestimmtem Engagement mehrerer Beteiligter.

Leider ist die Rede wieder einmal nicht von Deutschland, doch eine aktuelle beispielhafte Kooperation darf auch hierzulande gern als Vorlage genutzt werden. Schließlich gehen rund um unser Land mittlerweile immer mehr Nachbarn mit signifikanten Vorstößen in die CNG-Offensive.

Zielansage: über 2000 CNG-Tankstellen!
Auf gutem Boden weiter aufbauen – in Bezug auf CNG-Mobilität rückt dabei natürlich sofort das europäische „Mutterland“ Zukunft ins Visier: Italien, seit langem das europäische Land mit den meisten CNG-Stationen. Durch eine neue Vereinbarung soll die Anzahl dieser Tankstellen jetzt noch einmal verdoppelt werden.
So haben der italienische Erdgas-Fernleistungsnetzbetreiber SNAM (Società Nazionale Metanodotti), der Fiat Konzern (FCA = Fiat Chrysler Automobil) sowie dessen Nutzfahrzeugsparte IVECO gemeinsam beschlossen, den Ausbau des Marktes für umweltschonende CNG-Mobilität noch einmal deutlich voranzubringen. Jeder der Beteiligten wird auf seinem Gebiet nach Kräften dazu beitragen: Die beiden Automobilhersteller Fiat und Iveco, die die alternative Antriebsart als strategische Säule ihres Portfolios betrachten, haben zugesagt, ihr Angebot an CNG-Fahrzeugmodellen weiter zu forcieren. SNAM stellt über den Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 200 Millionen Euro bereit, um den Tankstellenausbau zu unterstützen. Mehr als 2000 Stück lautet das ehrgeizige Ziel – und wo, wenn nicht hier, klingt es realistischer: Bereits heute fahren in Italien über eine Million Fahrzeuge mit dem alternativen Kraftstoff „Metano“, durch die neue Initiative soll diese Zahl auf drei Millionen anwachsen. Beste Voraussetzungen für eine optimale Auslastung der Tankstellen und eine gewinnbringende Investition.

Tradition, Fortschritt – und ein deutliches Signal
Die Akzeptanz und Attraktivität der CNG-Mobilität in Italien hat viele gute Gründe. Neben den Umweltvorteilen locken deutlich günstigere Kraftstoffkosten. Eigene Energiequellen sind ebenfalls vorhanden, der politische Wille ist da und die Unternehmen der Gaswirtschaft sind vielfältig engagiert.
Auch die vor Jahren erfolgte Berechnungsumstellung von Kubikmeter auf Kilogramm bremste den Boom des Kraftstoffs keineswegs, obwohl der kg-Preis am Preismast natürlich deutlich höher erscheint als die frühere Preisauszeichnung nach cbm, bzw. die der flüssigen Konkurrenzkraftstoffe. Vielleicht haben die Italiener ja doch „Metano“ im Blut, so dass ihnen das Vergleichen von kg- und Liter-Preisen wenig Probleme bereitet…

Einen gewichtigen Pluspunkt beim Thema Sicherheit stellt das seit Jahrzehnten etablierte Pfandsystem mit „Tausch-Tanks“ dar. Bei jeder Transaktion mit „Metano“ fließt ein minimaler Kostenanteil in einen Fonds. Das dort gesammelte Geld wird dazu eingesetzt, den regelmäßigen Tausch und die Prüfung der CNG-Behälter mitzufinanzieren. Die in den CNG-Fahrzeugen verbauten Stahlflaschen werden alle 5 (bzw. 4 Jahre bei ECE R110-Behältern) ausgebaut, geprüft und bei Eignung wieder in das Kreislaufsystem gebracht. Kunden erhalten so regelmäßig frisch geprüfte „Bomboles“, also CNG-Tankflaschen. Kosten fallen dabei nur für die reine Arbeitsleistung an.

Auch für die in Brüssel erklärten Ziele zum Aufbau der europaweiten Mobilität mit „Compressed Natural Gas“ ist das italienische Gemeinschaftsprojekt ein großer Schritt. Und es zeigt eindrucksvoll wie man die umweltschonende Mobilität mit dem alternativen Kraftstoff erfolgreich voranbringt. Sogar branchenübergreifend: Denn auch die Attraktivität des ohnehin beliebten Reiselandes Italien wird dadurch sicher noch einmal gewinnen.

Also: Nachahmung dringend erwünscht – meint das gibgas-Team.

01.12.2016 - Leserbrief von Adi O. aus W.
Da ich oft im Piemont mit Erdgas unterwegs bin tönt das positiv. Mal sehen wie das umgesetzt wird! Unbefriedigend scheinen mir in Italien die Oeffnungszeiten und das bediente Tanken. Sonntags ist es praktisch unmöglich zu tanken. So schafft es der staatliche Betrieb eine der wenigen Tankstellen an der Autobahn (A4 Turin - Mailand) seit mehr als einem Jahr!!! ausser Betrieb zu lassen und offenbar nicht zu reparieren. An dieser Gastankstelle musste man regelmässig anstehen und verzeichnete gute Umsätze. Sowas ist unverständlich!!

Autor: gibgas_exklusiv

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