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Kolumne


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Claus Sauter, BioEnergie-Experte des führenden deutschen Technologieanbieters Verbio für grüne Mobilität, zum ADAC EcoTest 2016

Diplomkaufmann (Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Augsburg) und Gründer und Vorstandsvorsitzender der VERBIO Vereinigte BioEnergie AG (seit 2006)


Fünf Sterne für den Umweltschutz – Erdgas- und Elektroautos führen die Tabelle der umweltfreundlichsten Fahrzeuge gemeinsam an! Dieses Ergebnis des letzte Woche erschienenen ADAC EcoTest 2016 bestärkt mich in meiner Vision eines emissionsfreien Straßenverkehrs. Der ADAC hat seine Test- und Bewertungsmethoden aktualisiert und sorgt so für Vergleichbarkeit zwischen Benzin, Diesel, Elektro und Erdgas/CNG. Dabei wird der Well-to-Wheel-Ansatz bei der Bewertung berücksichtigt und für die Ermittlung der CO2-Emissionen auch die Herkunft des Stroms für den Betrieb der Elektrofahrzeuge bzw. die Herstellung des eingesetzten Kraftstoffs für alle Verbrennungsmotoren mit einbezogen. Beim CNG-Antrieb wurde dabei ein Bio-Anteil von ca. 15 Prozent mit eingerechnet, der den aktuellen Werten entspricht.

Bereits mit diesem 15-prozentigen Biomethananteil erreicht ein Mittelklasse-Erdgas-PKW dieselbe umweltfreundliche Bewertung wie ein Elektroauto, das mit dem aktuellen deutschen Strommix betrieben wird. Der Beweis ist also erbracht: Autos mit CNG-Antrieb sind aus ökologischer Sicht voll konkurrenzfähig zu den Elektro-Varianten!

Wenn es um Modellauswahl, Anschaffungskosten, bestehende Tank-Infrastruktur und kurzfristige flächendeckende Verfügbarkeit geht, haben sie allerdings die Nase deutlich vorn! Hindernisse wie geringe Reichweiten, lange Ladezeiten, zu wenige Ladestationen oder hohe Kaufpreise, wie sie für die Elektromobilität noch zu überwinden sind, spielen bei den CNG-Mobilen längst keine Rolle mehr.

Darüber hinaus kann der Bio-Anteil am Erdgaskraftstoff zeitnah um ein Vielfaches erhöht werden. VERBIO z. B. produziert Biomethan für Erdgasfahrzeuge aus 100 Prozent Stroh – in einer weltweit einzigartigen großtechnischen Anlage in Brandenburg. Mit der derzeit produzierten Biomethanmenge können ca. 10.000 PKWs jährlich nahezu emissionsfrei fahren. Und das Rohstoffangebot ist riesig: In Deutschland bleibt jährlich bisher ausreichend Stroh ungenutzt, um Kraftstoff für mindestens 5,5 Millionen Fahrzeuge zu produzieren.

Wir brauchen lediglich ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zu solchen innovativen Antriebsalternativen. Und zwar in Form einer eigenen Quote für fortschrittliche Biokraftstoffe der zweiten Generation, die aus Reststoffen, wie Stroh, hergestellt werden. Dann können wir bereits vor 2030 viel mehr grüne Mobilität auf die Straße bringen. Wir sind bereit!

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